Fettabscheider Funktion

Fettabscheider: Funktion und Vorschriften in der Übersicht

Wenn Fett oder Öl von gewerblichem Abwasser getrennt werden sollen, kommen Fettabscheider zum Einsatz. Wie solche Anlagen funktionieren und arbeiten und welche verschiedenen Bauformen es gibt, erfahren Sie im folgenden Artikel. Außerdem stellen wir Ihnen die wichtigsten rechtlichen Vorschriften für Fettabscheider und deren Einsatz vor. Und wir klären darüber auf, was Sie beim Einbau und beim Betrieb von Fettabscheidern beachten sollten.

 

Fettabscheider Funktion: So arbeitet ein Fettabscheider

Es gibt viele gewerbliche Bereiche, in denen Schmutz- oder Spülwasser mit Fett oder mit Öl verschmutzt sind. Beispiele hierfür sind unter anderem Imbisse, Restaurants, Kantinen, Hotels oder auch Gemeinschaftsunterkünfte für viele Personen. Auch die Mensa oder bestimmte Produzenten von Lebensmitteln, Metzgereien oder Schlachthöfe zählen zu dieser Gruppe. Fette und Öle im Abwasser gelten dabei als sogenannte Störstoffe. Sie können innerhalb der Kanalisation nicht nur verklumpen und dadurch erhebliche Schäden anrichten. Ebenso führen die Störstoffe auch dazu, dass Klärwerke nicht reibungslos arbeiten. Gute Gründe, die den Gesetzgeber bereits vor langer Zeit dazu gebracht haben, in bestimmten Branchen und Bereichen den Einsatz von Fettabscheidern verbindlich vorzuschreiben.

 

Grundsätzlich basiert die Fettabscheider Funktion auf der Möglichkeit, Fett und Öl vom Abwasser trennen zu können. Dies gründet auf der physikalischen Grundlage, dass solche Störstoffe eine geringe Dichte aufweisen und daher auf der Wasseroberfläche schwimmen. Jeder kann beobachten, dass ein paar Tropfen Öl in einem Glas Wasser oben schwimmen. Hieran lässt sich die Fettabscheider Funktion gut nachvollziehen. Von der Wasseroberfläche lassen sich Fette und Öle im Fettabscheider relativ leicht entnehmen. Meist werden Sie im Fettabscheider in einen zentralen Fettsammelraum geleitet und von dort aus später fachgerecht entsorgt. Das darunter liegende Abwasser wird durch einen entsprechenden Ablauf in den normalen Abwasserkreislauf gebracht. Außerdem sinken Speisereste und andere größere Abfälle durch die geringe Fließgeschwindigkeit im Fettabscheider nach unten und können ebenfalls separat entnommen werden.

 

Europact NG 4 Fettabscheider (Europact NG 4) im normalen Zustand, der Auslauf der Fettabscheideranlage ist frei von Fett.

Insgesamt kann man sich den Fettabscheider also als großen Tank vorstellen. Wird hier Abwasser eingeleitet, dann sinken schwere Bestandteile auf den Boden. Fachleute sprechen hier von einem sogenannten Schlammfang. Leichte Bestandteile, hier vor allem Öl oder Fett, steigen im Fettabscheider nach oben. Ein wichtiges Merkmal des Fettabscheiders ist dabei seine Größe. Diese muss in Bezug auf das anfallende Abwasser optimal gewählt werden. Die Dimension muss zum einen dafür ausreichen, die anfallende Menge an Schmutzwasser auch in Spitzenzeiten problemlos aufnehmen zu können. Zum anderen muss sie aber auch so gewählt werden, dass sowohl die schweren Bestandteile als auch die Öle oder Fette genug Zeit haben, um nach unten zu sinken oder nach oben zu steigen. Nur wenn dies gegeben ist, kann der Fettabscheider seine Aufgabe problemlos erfüllen. 

 

Natürlich spielen neben der Dimensionierung der Fettabscheider auch weitere Faktoren eine Rolle, wenn um die Frage geht, wie eine optimale Wasservorreinigung erreicht werden kann. Wichtig ist hierbei zum Beispiel die Entscheidung für die passende Anlage, die Aufstellverhältnisse für den Fettabscheider und dessen ordnungsgemäßer Einbau. Im folgenden Abschnitt beschäftigen wir uns eingehend mit den verschiedenen Arten von Fettabscheidern. Hier erfahren Sie unter anderem, welche Anlagen für welche Einsatzbereiche besonders geeignet sind und was man bei der Auswahl beachten sollte.
 

Welche Formen von Fettabscheidern gibt es?

Man kann Fettabscheider auf verschiedene Weise unterscheiden und in Kategorien einteilen. Die erste Unterteilung, mit der wir uns hier beschäftigen wollen, bezieht sich auf die Frage, ob wir es mit einer Komplettentsorgung oder einer Teilentsorgung zu tun haben. Ein Fettabscheider zur Komplettentsorgung muss durch ein spezielles Entsorgungsunternehmen mindestens alle vier Wochen komplett entleert werden. Hierzu wird der komplette Inhalt abgesaugt und in einen Tankwagen geleitet. Im gleichen Zuge reinigt das Unternehmen den Fettabscheider anschließend, um ihn dann wieder mit Frischwasser zu befüllen. Fettabscheider zur Komplettentsorgung verfügen hierzu über eine Kupplung, über die ein direkter Anschluss an den Tankwagen möglich ist. Die Entsorgung erfolgt hier schnell, einfach, komfortabel und unauffällig. Dafür ist sie natürlich mit vergleichsweise hohen laufenden Kosten für die Beauftragung des Entsorgungsunternehmens verbunden.

 

Haben wir es stattdessen mit einem Fettabscheider nach dem Prinzip der Teilentsorgung zu tun, dann wird auf eine andere Konstruktion zurück gegriffen. Hier trennt die Anlage das Fett und den Schlamm voneinander in Fässern aus Kunststoff. Diese können, wenn sie einen bestimmten Füllstand erreicht haben, problemlos bei einem entsprechenden Spezialunternehmen entsorgt werden.

 

Ein weiteres Unterscheidungskriterium betrifft die Frage, wo und wie der Fettabscheider eingebaut wird. Hier unterscheiden wir grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Möglichkeiten: Dem Einbau in Gebäuden und dem Einbau im Erdreich.

 

Wird ein Fettabscheider im Gebäude selbst untergebracht, dann spricht man in diesem Zusammenhang auch von einem Fettabscheider zur Freiaufstellung. Hier werden die Abwässer dann zum Beispiel in einem entsprechenden Tank im Keller gesammelt und vom Fett getrennt. 

 

Ab einer bestimmten Betriebsgröße empfiehlt sich eher der Einbau des Fettabscheiders auf dem Grundstück im Erdreich. Wichtig ist hierbei, dass der Einbau geruchsdicht erfolgt. Hierzu kommen spezielle Abdeckungen zum Einsatz, die verhindern, dass es im laufenden Betrieb oder während der Entleerung zu extremer Geruchsbelästigung kommt. 

Einen Spezialfall bildet der Einbau eines Fettabscheiders unterhalb der Rückstauebene. Hierbei muss nämlich die Entwässerung über eine zusätzliche Hebeanlage sichergestellt werden, als sogenante Rückstausicherungsanlage.

 

Fettabscheider Vorschriften: Auf diese gesetzlichen Regeln kommt es an

Es gibt eine ganze Reihe von rechtlichen Vorschriften, die in einem Zusammenhang mit dem Einsatz von Fettabscheidern stehen. Grob lassen sich diese in Regelungen über den Wasserschutz selbst und in baurechtliche Bestimmungen über die Konstruktion, den Einbau und den Betrieb von Fettabscheidern unterteilen.
 

Grundsätzlich gilt es immer zuerst herauszufinden, ob ein bestimmter Betrieb dazu verpflichtet ist, einen Fettabscheider einzusetzen. Dies kann grundsätzlich auf alle Unternehmen zutreffen, bei denen mit Öl oder Fett verschmutztes Abwasser entsteht. Im Mittelpunkt stehen hierbei die Gastronomie und Betriebe, die sich mit der Herstellung von Lebensmitteln beschäftigen.
 

Den Rahmen für die rechtliche Verpflichtung zum Einsatz von Fettabscheidern bildet vor allem das Wasserhaushaltsgesetz (WHG). Hier regeln die Paragraphen 57 und 58 einerseits, dass die Menge und die Schädlichkeit von Abwasser so gering gehalten werden muss, wie es die verfügbaren Verfahren nach dem aktuellen Stand der Technik ermöglichen. Anderseits wird hier bestimmt, dass das Einleiten von Abwasser in öffentliche Abwasseranlagen immer von den zuständigen Behörden genehmigt werden muss. Außerdem spielen hier das Landeswassergesetz und die kommunalen Abwassersatzungen eine wichtige Rolle.
 

Fettabscheider Vorschriften sind umfangreich und teilweise kompliziert. Verbindliche Vorschriften in diesem Bereich sind die beiden EU Normen DIN EN 1825-1 und DIN EN 1825-2. Außerdem kommt der nationale Anhang DIN 4040-100 zum Einsatz. Während in diesen Vorschriften die allgemeine Pflicht zum Fettabscheider näher definiert und Aufbau und Arbeitsweise entsprechender Anlagen beschrieben werden, gibt es zusätzlich regionale Regelungen. Diese legen zum Beispiel Grenzwerte und andere Bedingungen für die Einleitung von Wasser in öffentliche Abwasseranlagen fest. Betreibt man ein Unternehmen, das unter die Verpflichtung zur Vorreinigung von Abwasser fallen, dann gehört es zu den Pflichten des Unternehmers, sich eingehend über geltende Bestimmungen zu informieren. 

 

Die EU Norm DIN EN 1825-1 beschäftigt sich vor allem mit den Bau-, den Funktions- und den Prüfgrundsätzen für Fettabscheider. Dagegen ist in der DIN EN 1825-2 die Rede von den angemessenen Nenngrößen, dem Einbau, dem Betrieb und der Wartung von Fettabscheidern. In dem nationalen Anhang DIN 4040-100 wird schließlich näher beschrieben, welche Anforderungen an die Anwendung von solchen Anlagen gestellt werden. 

 

Baurechtliche Bestimmungen regeln ergänzend, unter welchen Bedingungen eine Anlage überhaupt als Fettabscheider geeignet ist. Die Hersteller von Fettabscheidern sind dazu verpflichtet, Prüfverfahren für ihre verschiedenen Anlagetypen zu durchlaufen. Die letztliche Genehmigung für den Betrieb eines Fettabscheiders erteilt grundsätzlich die untere Wasserbehörde im jeweils zuständigen Landratsamt.

 

Aufgrund der Komplexität dieses Bereiches und der vielen rechtlichen Verordnungen, die im Zusammenhang mit dem Einbau und dem Betrieb eines Fettabscheiders stehen, empfiehlt sich in der Regel die Beratung durch einen versierten Fachmann. Dieser sollte sich mit den aktuellen Bestimmungen ebenso gut auskennen, wie mit den Anlagen selbst.
 

Einbau und Betrieb von Fettabscheidern: Das gilt es zu beachten

Jedem Einbau eines Fettabscheiders sollte eine gründliche und umfassende Planung vorangehen. Hierbei sollte man sich zum einen mit dem passenden Anlagentyp beschäftigen. Zum anderen ist es aber auch wichtig, die äußerlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen. Wichtigster Aspekt in diesem Zusammenhang ist sicherlich die Menge des anfallenden Schmutzwassers. Diese bestimmt die Kapazität des Fettabscheiders. Die Anlage muss dabei nicht nur groß genug sein, um das Schmutzwasser vorreinigen zu können. Sie muss auch eine Fließgeschwindigkeit bieten, die groben Bestandteilen ein vollständiges Absinken auf den Boden gewährt und Fetten und Ölen genug Zeit bietet, an die Oberfläche zu steigen.

Nächster Aspekt sind die räumlichen Gegebenheiten. Wo kann der Fettabscheider aufgestellt werden und welche Ressourcen stehen hierfür zur Verfügung. Natürlich spielen auch finanzielle Faktoren eine Rolle, da verschiedene Anlagentypen und mit unterschiedlichen Kosten verbunden sind.

In jedem Fall ist immer darauf zu achten, dass das Abwasser aus dem Fettabscheider problemlos abfließen kann. Wird die Anlage in einem geschlossenen Raum betrieben, dann muss für eine gute Belüftung gesorgt werden. Beachtet werden sollte auch eine gute Erreichbarkeit durch Reinigungsfahrzeuge. Und nicht zuletzt muss der Fettabscheider für Wartungs- und Reparaturarbeiten gut zugänglich sein.

Die Beschäftigung mit diesen Aspekten und Faktoren führt in Kombination mit den geltenden rechtlichen Vorschriften recht schnell zu einem geeigneten Fettabscheider, der gut zu den individuellen Bedingungen und Bedürfnissen am Aufstellort passt.

Die angemessene Auswahl und der normgerechte Einbau des Fettabscheiders sind nicht die einzige Anforderung, die sich in diesem Zusammenhang stellt. Auch im laufenden Betrieb gelten eine Reihe von Regeln und Vorschriften. Für deren Einhaltung ist der Betreiber des Fettabscheiders verantwortlich. Es empfiehlt sich daher unbedingt, die entsprechenden Verpflichtungen zu kennen. Verstößt man nämlich gegen wichtige Auflagen, so kann dies mit harten Konsequenzen verbunden sein, die bis zur Schließung des Betriebs reichen. Fettabscheider Vorschriften sollten daher streng eingehalten werden.

Zunächst einmal ist der Besitzer dazu verpflichtet, den Fettabscheider regelmäßig warten zu lassen. Laut Vorschrift muss die Wartung einmal pro Jahr durch einen Fachkundigen erfolgen. Nur so ist ein reibungsloser Betrieb möglich. Darüber hinaus muss für die Reinigung, die Entleerung und die Neubefüllung gesorgt werden. Der Inhalt des Fettabscheiders ist dabei regelmäßig über einen geeigneten Fachbetrieb zu entsorgen. Dies gilt sowohl für Anlagen der Komplett- wie auch oder Teilentsorgung.

Im Abstand von fünf Jahren besteht eine Verpflichtung zur Generalinspektion. Hierbei wird die komplette Funktion des Fettabscheiders geprüft. Darüber hinaus wird auch eine Dichtigkeitsprüfung durchgeführt, die gesetzlich vorgeschrieben ist. Der Betreiber hat dafür zu sorgen, dass weder Regenwasser noch andere Abwässer in den Fettabscheider gelangen können. Die geplante Entsorgung von Speiseresten über die Anlage ist verboten. Ebenso sind überhöhte Temperaturen in der Anlage unbedingt zu vermeiden.

Darüber hinaus besteht eine Verpflichtung, ausschließlich solche Reinigungsmittel zu verwenden, die für eine Anwendung im Zusammenhang mit dem Fettabscheider geeignet sind. Ebenfalls zu beachten ist, dass es nicht zu dauerhaften Zellstoffablagerungen, etwa durch Küchenpapier, kommen darf. Natürlich muss der Betreiber den Fettabscheider gegen Frost, Rückstau, mechanische Beschädigungen, Korrosion oder Brandübertragung schützen. Auch die Dämmung der Leitungsabschnitte, die frostgefährdet sind, gehört zu seinen verbindlichen Aufgaben.

Es lässt sich erkennen, dass der Betrieb eines Fettabscheiders im gewerblichen Betrieb mit einer ganzen Reihe von Pflichten und Bestimmungen verbunden ist. Der Betreiber sollte daher unbedingt ein Betriebstagebuch führen, in dem Einzelheiten zum Betrieb selbst, zu Wartungen und zu Arbeiten an der Anlage, zu Unregelmäßigkeiten und zu Reparaturen festgehalten werden.

 

Fettabscheider.Shop Bei Fettabscheider.Shop können Sie Fettabscheider und Hebeanlagen einfach online bestellen.
fettabscheider voll Edelstahlfettabscheider der lange nicht entleert wurde

Hier finden Sie uns

abg Umwelttechnik - Consulting

Archibaldweg 18a
10317 Berlin

Kontakt

Hotline: 03049788892

 

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Fettabscheiderberatung.de Fettabscheider Einbau in Berlin